Heilung & Schutz

Die öffentliche Meinung wechselt wie Ebbe und Flut. Der Fortschrittsglaube Anfang des 20. Jahrhunderts verdrängte traditionelle Heilverfahren in Mitteleuropa. Gerade heute am Anfang eines Jahrtausends hat die Naturmedizin wieder Hochkonjunktur. Konstatieren können wir die Unzufriedenheit der Patienten mit der hochtechnisierten Medizin in unseren Breitengraden. Worin besteht das Geheimnis dieser Heilung? Alle Welt ist sich einig, der Heilerfolg beruht auf den Kräutern und Heilrinden. Üppigkeit und Fruchtbarkeit der Vegetation in den tropischen Waldgebieten, mit nichts in Europa vergleichbar, sprechen für sich und überzeugen selbst den unkundigsten Touristen von der Kraft ihrer Heilpflanzen. Schon der Geschmack verrät das. Wie scharfer Pfeffer brennen gewisse Rinden auf der Zunge, ja sogar auf der Haut. Durch Mund, Nase, Anus, durch alle Poren, als Heiltrank, als Salbe, Beräucherung oder Inhalation verabreichen die Heiler ihren Patienten die pflanzlichen Substanzen, deren Geheimnis nur sie kennen: Kräuter, frische Blätter, Rinden, Wurzeln, Zwiebeln, Knospen und Früchte werden zerkleinert, zerstoßen, pulverisiert, verflüssigt und schließlich eingenommen. Die Heilkraft der Natur beginnt in der Frühe im Hinterhof des jeweiligen Behandlungszentrums und beschäftigt die Kranken für einen großen Teil des Tages, und das meist über Wochen. Die Heiler selbst messen den pflanzlichen Therapien nur eine zweitrangige Bedeutung zu. Sie sehen ihre Therapien ganzheitlich. Sie arbeiten auf physischer, psychischer und sozialer Ebene. Ein Heiler fasste einmal diesen komplexen Vorgang äußerst treffend in der einfachen Formel zusammen: "Meine Arbeit besteht darin, die Leute wieder ins Gleichgewicht zu bringen."

Das Geheimnis der Putchu Guinadji

Henning Christoph, vom SOUL OF AFRICA Museum kann seit einiger Zeit eine einzigartige Sammlung von Putchu Guinadji, Miniatur-Reiterfiguren aus Bronze, Silber oder Kupfer, sein Eigen nennen. Diese spirituellen Figuren von höchstem ästhetischem Wert sind bislang wenig erforscht, deshalb machte Christoph es sich zur Aufgabe, mehr über ihre Erstellung und Verwendung bei den Kotoko in Kamerun im Tschadbecken herauszufinden.

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